Bad Honnef. Ganze 335 Tage habe das Kurhaus im Jahr 2024 leer gestanden, blickte Bad Honnefs neuer Bürgermeister Philipp Herzog am Mittwochabend zurück. Dabei gehöre das historische Gebäude schließlich den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt.
Rund sieben Millionen Euro hätten die Steuerzahler in die Sanierung des Kurhauses investiert. „Es kann nicht sein, dass Bad Honnefer Vereine mit ihren Veranstaltungen nach Königswinter, Troisdorf oder Windhagen ausweichen müssen, weil die Kosten im eigenen Wohnzimmer zu hoch sind“, machte Herzog deutlich.
Mit dem Betreiberwechsel – vom bisherigen Betreiber Kirberg zu den neuen Verantwortlichen Daniel Reers (Villa von Sayn) und Wolfgang Stahl (seit 25 Jahren in der Veranstaltungsbranche und im Eventmanagement tätig) – soll sich das nun ändern. Die beiden Unternehmer aus Bonn und Rheinbreitbach stellten sich am Abend im Foyer des Kursaals den Vertreterinnen und Vertretern der Vereine vor und erläuterten zugleich ihre Konditionen für Veranstaltungen. Stahl ist außerdem Vorsitzender der KG Wiesse Müüs und Ehemann der aktuellen Bonna Stephanie III.)
Dienstleistungspaket für Vereine
Vereinen wird demnach ein Dienstleistungspaket in Höhe von 1.850 Euro brutto angeboten. Ohne Bestuhlung reduziert sich der Preis auf 1.550 Euro. Hinzu kommt bei Veranstaltungen ein Projektleiter, der mit 40 Euro pro Stunde berechnet wird, wobei bei Buchung eine Mindestdauer von vier Stunden vorgesehen ist. Unverzichtbar ist ein vom Haus gestellter Haustechniker. Für ihn werden grundsätzlich sechs Stunden à 60 Euro angesetzt. Auf ihn könne allein schon aus Gründen der Betreiberhaftpflicht nicht verzichtet werden – auch dann nicht, wenn Vereine eigene Technik mitbringen, erklärten die Betreiber.
Im Dienstleistungspaket enthalten sind neben der Nutzung der Veranstaltungsflächen auch eine technische Grundausstattung. Dazu zählen unter anderem eine „flächige weiße Ausleuchtung“ der Bühne, eine fest installierte Beschallungsanlage, zwei Funkmikrofone sowie Anschlussmöglichkeiten für Musik- und Hintergrundmusik.
Zusätzlich gelten Sonderkonditionen von 280 Euro pro Veranstaltungstag sowie 140 Euro für Auf- und Abbau, die an die Stadt zu zahlen sind. Im Gegenzug können Bad Honnefer Vereine für ihre Veranstaltungen einen städtischen Zuschuss von bis zu 1.000 Euro beantragen.
Sonderregelung beim Catering
Im gastronomischen Bereich ist eine Sonderregelung möglich: Vereine können das Catering selbst organisieren. Eine Mindestumsatzregelung soll es nicht geben.
Beim Bier setzen die Betreiber künftig ausschließlich auf Fassware – Flaschenbier wird es bei Veranstaltungen nicht mehr geben. Angeboten werden Gaffel-Kölsch und Bitburger Pils. Für ein Glas (0,3 Liter) wird voraussichtlich ein Preis von 3,80 Euro fällig. Daneben sollen selbstverständlich auch Wein, Sekt sowie alkoholfreie Getränke angeboten werden.
Perspektive für kleinere Kulturformate
Neben größeren Veranstaltungen sollen künftig auch kleinere kulturelle Formate, etwa im Foyer, möglich sein. Konkrete Angebote dafür konnten die Betreiber am Abend jedoch noch nicht nennen.
Ziel von Daniel Reers und Wolfgang Stahl sei es, das Kurhaus und sein Umfeld wieder deutlich zu beleben. Dabei setze man ausdrücklich auf eine enge Zusammenarbeit mit den Vereinen – „partnerschaftlich, transparent und zukunftsorientiert“, wie sie betonten.


